Serie: Das Kirchenjahr - Der Weihnachtsfestkreis

Jedes Kind kennt unseren herkömmlichen Kalender, der bei vielen von uns an der Wand hängt. Aber Kirchenjahr? Den meisten Christen wird es vermutlich schwer fallen, wenn nicht sogar unmöglich sein, hierauf eine Antwort zu finden, da die Kommerzialisierung es mit viel Tamtam und Rummel verstanden hat, wesentliche christliche Werte und Grundgedanken zu verdunkeln. Deshalb möchten wir versuchen, das Kirchenjahr wieder in den Vordergrund zu rücken. Nach den grundlegenden Gedanken zu diesem Thema folgen anschließend Gedanken zum Weihnachtsfestkreis - gefolgt vom Osterkreis mit der Passionszeit, Ostern und den 50 Tagen bis Pfingsten sowie der Trinitatiszeit bis zum Ende des Kirchenjahres.

Artikel: Grundlegende Gedanken zum Kirchenjahr

Das Kirchenjahr - Der Weihnachtsfestkreis

Die Christenheit ist mit der Feier des 1. Advent in das neue Kirchenjahr eingetreten und damit in den Weihnachtsfestkreis.

Dieser erste große Festkreis zu Beginn des neuen Kirchenjahres untergliedert sich in

  • die Adventszeit,
  • die Weihnachtszeit und
  • die Epiphaniaszeit, beginnend mit Epiphanias (Heilige Drei Könige).

Das erste sichere Zeugnis für das Feiern einer Adventszeit (von lat. adventus = Ankunft) finden wir im 5. Jahrhundert in Italien. Allerdings wurde erst im 6. Jahrhundert die Zahl der Adventssonntage von Papst Gregor d. Gr. auf vier festgelegt.

Diese vier Wochen sollen symbolisch auf die 4.000 Jahre hinweisen, die die Menschheit nach kirchlicher Rechnung auf die Ankunft des Erlösers warten musste. Heute ist die Adventszeit in der Christenheit eine Zeit des Gedenkens an die Geburt Jesu am Heiligen Abend, für die neuapostolischen Christen aber besonders eine Zeit der Vorbereitung und des Erwartens auf das Wiederkommen Christi.

Die Weihnachtszeit beginnt am 25. Dezember (1. Weihnachtstag) und reicht bis zum 6. Januar, auch Epiphanias oder "Heilige Drei Könige" genannt. Diese dreizehn Tage bilden den eigentlichen Kern der Weihnachtszeit, obwohl sich der Kreis des gesamten Weihnachtsfestes erst mit dem letzten Sonntag nach Epiphanias schließt (siehe weiter unten).

In den ersten drei Jahrhunderten kannte die Christenheit außer dem Osterfest noch keine Jahresfeste. Erst im Jahr 354 legte Papst Liberius die Feier des Weihnachtsfestes auf den 25. Dezember fest. Wie es zu diesem Datum kam, ist umstritten. Im 5. und 6. Jahrhundert entwickelte sich Weihnachten neben Ostern und Epiphanias zum dritten Hochfest der Christen. Offiziell wurde der 25. Dezember durch die Mainzer Synode im Jahre 813 zum Geburtsfest Jesu für Deutschland erklärt. Seitdem sind der 25. und 26. Dezember sowie Epiphanias (Heilige Drei Könige) am 6. Januar die einzigen kirchlichen Festtage mit einem festen Kalenderdatum. Silvester und Neujahr haben keine kirchliche Tradition.

Epiphanie (griech.) bedeutet "Erscheinung", wobei der Tag Epiphanias immer feststehend am 6. Januar gefeiert wird. Die Dauer der Epiphaniaszeit richtet sich nach dem beweglichen Beginn der Fastenzeit, die am Aschermittwoch 40 Tage vor Ostern beginnt. Deshalb kann dieser Abschnitt bis zu sechs Sonntage nach Epiphanias andauern.

Während dieser Nachweihnachtszeit wird besonders der Aspekt der Erscheinung Gottes im Fleisch, der Herrlichkeit Gottes, betont. Epiphanias ist das erste Fest der christlichen Kirche, das kalendarisch festgelegt war. Vermutlich entstand es um das Jahr 300. Martin Luther legte den Schwerpunkt von Epiphanias auf die Taufe Jesu, verwendete aber auch die Bezeichnung vom "Tag der Heiligen Drei Könige" oder auch "Fest der Erscheinung".

Im Laufe der Zeit wurde das Fest immer bedeutungsloser, so dass der 6. Januar heute überwiegend nur noch als "Heilige Drei Könige" bekannt ist.

Abweichend von der biblischen Überlieferung in Matthäus 2 trifft man auf die verbreitete Meinung, dass es sich bei den Weisen aus dem Morgenland um die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar gehandelt hat. Ebenso wenig haben Bräuche, wie z. B. die Sternsinger, eine biblische Grundlage.